Indien (2010)

von Josef Hader und Alfred Dorfer

Der tragikomische Klassiker zählt zum Feinsten, was die Theaterlandschaft im Kabarettbereich zu bieten hat. Zwei schrullige Gastronomietester auf Dienstreise in der Provinz. Bösel, der derbe, Bier trinkende Schnitzeltester und Fellner, ein pseudointellektueller, von fernöstlicher Mystik bewegter Streber, der für die Beurteilung der gastronomischen Hardware zuständig ist, treffen aufeinander und können sich nicht ausweichen.

Der Kontrast zwischen diesen beiden einsamen Männern könnte größer nicht sein. Sie reden und schweigen, reiben sich aneinander und ereifern sich über die wichtigen Dinge des Lebens, über Liebeskummer, Leberwurstbrot, frustrierende Telefongespräche, Männersorgen, Hotelduschen, aus denen kaum Wasser kommt und warum in Indien so Vieles anders ist. Was mit Sticheleien und trotziger Feindschaft begann, wird im Laufe dieser kammertheatralischen Groteske zu tiefer, echter Freundschaft, die am Ende selbst dem Tod standhält.

Das Thalamus Theater zeigt in seiner neuen Inszenierung die urkomischen und zutiefst bewegenden Seiten eines absonderlichen Männerduos und lässt uns ahnen, dass das Leben so völlig anders sein kann, als wir manchmal glauben. „Indien“ erzählt die Geschichte einer fast schon zärtlichen Männerfreundschaft, genauso melancholisch wie schonungslos provokativ.

Ein Stück zum Tränen lachen und Weinen.