Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner (2012)

von Ingrid Lausund

Fünf engagierte und motivierte Menschen proben einen Wohltätigkeitsabend für eine Schule in Afrika. Doch was so gut gemeint ist und unbedingt die Spendenbereitschaft des künftigen Publikums anregen soll, erweist sich bei näherer Betrachtung als ziemlich glattes Parkett. Kann man eine schwarze Freundin an diesem Abend beteiligen und ist ihre Mitwirkung diskriminierend oder doch eher ihr Ausschluss, darf man den potentiellen Spendern ein schlechtes Gewissen machen und ist die Patenschaft für ein Mädchen wichtiger als die für einen Jungen?

Die Fallstricke der political correctness scheinen überall gespannt zu sein. Bei ihren Versuchen alles richtig zu machen, geraten sich die wohlmeinenden Protagonisten zunehmend in die Haare. Die Situation wird von Minute zu Minute skurriler, denn nun kommen die persönlichen Eitelkeiten der fünf Benifiz-Akteure ins Spiel und die Frage, wer an welcher Stelle weinen darf, ist auch noch nicht geklärt. Und wer hat eigentlich diese grauenhafte Papppalme mitgebracht? So verheddern sie sich heillos in Pauschalisierungen und Vorurteilen und wollten doch genau diese vermeiden.

Bei dem krampfhaften Bemühen ganz locker und professionell zu bleiben, bemerken die tapferen Kämpfer für das Gute die unfreiwillige Komik, in die sie längst geraten sind, natürlich nicht.

Es entwickelt sich ein wunderbar komischer Theaterabend, der ständig neue und schräge Blickwinkel auf ein bewegendes Thema eröffnet, dabei die fünf Protagonisten und die „gute Sache“ aber nie verrät. Am Ende kommt ohnehin alles ganz anders als erwartet.