Barrierefreiheit/Teilhabe

Das Thalamus Theater bietet schon seit einigen Jahren jeweils eine Aufführung ihrer aktuellen Inszenierung mit speziellen Angeboten für Menschen mit Seheinschränkungen an, um deren Teilhabemöglichkeiten am Theatergeschehen zu erweitern.
Ausgewählt werden dafür jeweils Spielstätten (wie z. B. das Kulturforum oder das Hotel Maritim), die gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind und ausreichend Platz bieten, um beispielsweise auch mit einem Führhund gut teilnehmen zu können.

Die speziellen Angebote zur Verbesserung der Teilhabe bestehen aus folgenden Elementen:
– Eine ausführliche Einführung in das Stück, in der vor allem auch auf die zum Verständnis des Stückes notwendigen Aspekte eingegangen wird, die sich akustisch nicht vollständig erschließen.
– Eine Begehung der Bühne/Spielfläche, um das Bühnenbild kennenzulernen verbunden mit der Möglichkeit, Requisiten und Bühnenbild zu ertasten.
– Eine Begegnung mit den Schauspielerinnen und Schauspielern, um sich mit deren Stimmen vertraut zu machen und auch Informationen über die Kostüme zu erhalten und sie evtl. auch haptisch zu erfahren.
– Seit November 2025 ist das Angebot einer Audiodeskription, über Funk oder WLAN empfangbar, hinzu gekommen.

Was ist genau ist eine Audiodeskription?

Eine Audiodeskription (AD) im Theater macht das Bühnengeschehen für blinde und sehbehinderte Menschen durch Live-Beschreibungen via Kopfhörer erlebbar. Es geht dabei darum, zum Verständnis wichtiger Aspekte der Aufführung, wie Bewegungen und Handlungen, Kostüme, Mimik und Gestik, Requisiteneinsatz, das Bühnenbild und Lichtstimmungen, diese präzise und kurz in Dialogpausen zu beschreiben. Die Personen, die diese Beschreibungen live einsprechen, sind in der Regel dafür fortgebildet und kooperieren in der Vorbereitung häufig mit betroffenen Menschen und der Dramaturgie oder Regie der Inszenierung. Die Audiodeskription wird aus einer Kabine oder von der Seite per Funk an entsprechende Empfänger oder zunehmend auch per WLan an Mobiltelefone der sehbeeinträchtigten Zuschauerinnen und Zuschauer übertragen.

Die erste Audiodeskription einer Aufführung des Thalamus Theaters

Ulrike Baasch und Charlotte Dannehr beim Einsprechen der Audiodeskription

Erstmalig wurde am 22 November die Audiodeskription einer Aufführung des Thalamus Theaters angeboten und von Zuschauerinnen und Zuschauern mit einer Sehbeeinträchtigung umfänglich angenommen. Vorbereitet und eingesprochen wurde sie von den beiden geschulten Blindenpädagoginnen des Landesförderzentrums Sehen, Charlotte Dannehr und Ulrike Braasch.
Dieses zentrale Element zur Erweiterung der Barrierefreiheit und Teilhabe wird künftig obligatorisch zum Angebot des Thalamus Theaters gehören. Dafür wird eine moderne, appbasierte Technik zu Einsatz zum Einsatz kommen.

Hier kommen einige exemplarische Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer der Audiodeskription:

„Durch die AD konnte ich der Aufführung entspannter folgen, ohne immer wieder zu überlegen, was machen die da gerade. Gut hat mir gefallen, dass die Gefühlsregungen und die Mimik der Darstellenden beschrieben wurden.“

„Mir hat die ausführliche Beschreibung der Kleidung der Schauspielerin und der Schauspieler und die Vorstellung ihrer Charaktere sehr geholfen in die Geschichte zu finden. Durch die Bühnenbegehung konnte ich mir die Aktionen auf der Bühne gut vorstellen oder mit meinem Sehrest erkennen und zuordnen. Es war interessant zu ertasten und erfahren, wie die Requisiten, wie z. B. die Technikwand und der Aufzug, gebaut waren.“

„Technisch lief alles perfekt, und in Art und Umfang wurde uns alles mitgeteilt. Und weil ich ja das Bühnenbild von Nahem gesehen hatte, habe ich mich absolut auf dem Laufenden gefühlt!“